Als sei es eine nie dagewesene Neuigkeit, werden die Ergebnisse der neuesten Veröffentlichung des Berichts des Weltklimarats IPCC durch die Medienlandschaft getragen: Schockierend und alarmierend sei der schnelle Anstieg der globalen Mitteltemperatur; es herrsche Alarmstufe rot für die Menschheit, Lebensgefahr für den Planeten und außerdem sei alles kritisch, drastisch und dramatisch1,2.

Das ist es auch, doch sind die Aussagen vom IPCC längst keine Weltneuheit mehr. Seit Jahren, sogar Jahrzehnten, warnen Wissenschaftler:innen davor, dass wir mit unserem rücksichtslosen Verhalten nicht nur den Planeten zerstören, sondern auch unsere Zukunft – als Menschen und Menschheit.

Und jetzt passiert es halt: Starkregen und Überflutungen, Hitzewellen und Dürren, Feuerwetter und Waldbrände: diese werden nicht hübsch nacheinander und mit genügend Abstand zueinander auftreten, sondern mit erhöhter Wahrscheinlichkeit als kombinierte Extremwetterereignisse. Auch in unseren Breiten.

Und das hat mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun. Mit uns.

„[S]eit mindestens 2000 Jahren [hat] es keinen vergleichbaren Temperaturanstieg gegeben“3 schreibt Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung über den neuen IPCC-Bericht4. Wären menschengemachte Klimafolgen eine olympische Disziplin, wäre unser Medaillenspiegel güldener als die Grillz von Nelly.

Doch erstens ist es das nicht und zweitens sollten wir uns davor hüten klimaunfreundliches Verhalten weiterhin zu prämieren. Oder zumindest nicht zu belangen5,6.

Frans Timmermans, EU-Vizekommissionspräsident, sagt, dass es noch nicht zu spät sei den unkontrollierbaren Klimawandel zu verhindern, wenn wir nur anfingen „entschlossen und alle zusammen handeln”.7

Das ist nämlich das Gute am menschengemachten Klimawandel. Er ist genau das: vom Menschen gemacht. Keine übernatürliche Macht hat in ausgelöst, kein göttliches Wesen, keine Zauberei, kein Komet. Das waren wir. Und genauso, wie wir ihn „gemacht“ haben, können wir auch kollektiv dafür sorgen, dass er „ungemacht“ wird. Natürlich können wir einzelne Ereignisse nicht mehr aufhalten und vielleicht wird unser Planet nie mehr so werden, wie er mal war. Aber man soll sich ja sowie nicht in Nostalgie verlieren. Vielmehr geht es jetzt darum gemeinsam [also: ALLE] dafür zu sorgen, dass wir 2030 auch noch eine lebenswerte Zukunft nennen können: du, ich, Muddern, Vaddern, Firmenboss:innen, Frau Schulze von nebenan, Emma und Theo aus dem Yogakurs, deine Politiker:innen des Vertrauens, Stadträt:innen, Jugendinitiativen, Oma Gabi und Onkel Werner aus Bad Harzburg (der eigentlich gar nicht dein richtiger Onkel ist, aber irgendwie wurde er schon immer so genannt).

Das muss kritisch, drastisch und dramatisch passieren, mit Vollgas und Alarmstufe rot – als schwebten wir in Lebensgefahr. Denn das tun wir.

PS: Falls du Anregungen brauchst, was du als Privatperson für den Klimaschutz tun kannst, dann schau doch mal hier vorbei: https://17ziele.de/
Oder hier: https://doinggeoandethics.com/tag/klimawandel/
Oder hier: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06740.html

Und falls du Anregungen brauchst, was du als Unternehmen, Institution oder Kommune für den Klimaschutz tun kannst – melde dich gerne bei uns!

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